Die Geschichte der Schokolade
Der Name
Der aztekische Name für Schokolade "cacahuatl", der sich aus
"cacahu", was soviel wie sauer, herb, würzig heißt und die
Bezeichnung für den Kakao war, und "atl",
was soviel wie Wasser bedeutet, zusammensetzt. Im Prinzip wurden die
beiden Hauptbestandteile des heiligen Gebräus damit benannt.
Cortez benutzte den Ausdruck "cacao". Die spanischen Siedler
prägten das Wort "chocolatl". Im Laufe der Zeit schliefen die
europäischen Zungen die Endsilbe ab und die "chocolate" war
geboren. Bei diesem Namen blieb es im spanischen und englischen
Sprachraum; im Deutschen wurde daraus "Schokolade", im
Französischen "chocolat", im Italienischen "cioccolata",
im Dänischen "chokolade" und so weiter.
Der Siegeszug der Schokolade
Schon die alten Maya wussten vermutlich schon um 1000 V.Chr. um die
Geheimnisse der Zubereitung und der Kräfte der Schokolade. Schon lange vor der Entdeckung Amerikas durch
Kolumbus war den Indianern Kakao als Nahrungs- und Genussmittel bekannt.
Kakaobohnen wurden als Geschenk von Quetzalcoatl, der göttlichen gefiederten
Schlange angesehen und bei den Tolteken hochgeschätzt. Als die Tolteken im 12. Jahrhundert
von den Azteken unterworfen wurden, übernahmen die die Kakao-Kultur. Zu
Kolumbus Zeiten waren die Samenkerne der Kakaofrucht sogar Zahlungsmittel;
ein Kürbis kostete vier Kakaobohnen, ein Sklave 100. Die lauwarme
Trinkschokolade war den Azteken heilig; sie war der Oberschicht
vorbehalten. Zu dem Kakaobohnenpulver und Wasser kamen gemahlenen
Chilischoten, Vanillemark, Nelkenpfeffer oder Piment. Zubereitet wurde
der Trank so, dass möglichst viel von dem geschätzten Schaum entstand.
Kolumbus ignorierte bei seinen Besuchen der neuen Welt den Kakao noch völlig,
erst Hernando Cortez brachte nach der Eroberung und Unterwerfung des Aztekenreiches den ersten Kakao
mit nach Europa, nachdem die kraftspendende Wirkung des Gebräus bekannt
wurde. Die Kakaoplantagen der Azteken ließ er weiter ausbauen. Mit
schwarzen Sklaven aus Westafrika stillten die Plantagen die wachsende
Nachfrage.
Die ungesüßten Kakaorezepte schmeckten den Europäern jedoch nicht so recht.
Erst nach Zugabe von Honig oder Rohrzucker begann der Siegeszug der
Schokolade in aller Welt. Eine Anekdote berichtet, dass es der Franziskaner
Juan de Zumárraga, Bischof von Mexiko, gewesen sein soll, er als erster
bittere Schokolade und süßen Zucker miteinander vermengt haben soll.
Das Kakao trinken wurde bald zu einer richtige Kultur. Von Spanien
aus, wo die adligen Damen es sich sogar in die Kirche bringen ließen,
um die langen Gottesdienste besser zu überstehen, kam es nach Portugal,
Italien und Frankreich. Die Schokolade war das Getränk der
Adligen.
Als im Barock der französische Hof das Vorbild für ganz Europa wurde,
war auch die Schokolade nicht mehr aufzuhalten. Der Preis ließ es
zuerst weiter ein Getränk der herrschenden Klasse bleiben, doch das
reiche Bürgertum ahmte nur zu gerne die Adligen nach.
Fester Kakao und damit das, was wir im allgemeinen unter Schokolade
verstehen, wurde erst später erfunden. Dem Niederländer Coenraad van
Houten gelang es 1828, mit einer Presse dem Kakao einen Teil seines
Öls, der Kakaobutter zu entziehen und so Kakaopulver herzustellen. 1875
gelang es dem Schweizer Daniel Peter erstmals Schokolade in Tafelform
herzustellen. Und als es dem Amerikaner Miltin Hershey 1905 gelang den
Schmelzpunkt der Schokolade zu erhöhen, war die Schokolade, wie wir sie
heute kennen, endgültig geboren.
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