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WaffenRitter gehören zur europäischen Kriegerkaste. Der Kampf zeichnet sie aus und über ihn definieren sie sich. Daher sind ihre Waffen Unter Waffen versteht man nicht nur die Angriffs-, sondern auch die Verteidigungswaffen, die öfter als Rüstung bezeichnet werden. |
Woher haben wir Kenntnisse von den Waffen?Anders als z.B. bei der mittelalterlichen Kleidung haben wir eine große Anzahl von Funden, die uns Aufschluss über die Bewaffnung der Kämpfenden des Mittelalters geben können. Zumeist sind es Bodenfunde
(in einem dementsprechenden Zustand) oder Grabfunde und Waffen in Schatzkammern (Hierbei handelt es sich dann meist um Prunkwaffen, die nie für den Gebrauch im Kampf vorgesehen waren.). |
Wer durfte Waffen tragen?Waffen waren Standesabzeichen der adligen Führungsschicht. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Bauern das Tragen von Schwertern bei Strafe untersagt. Wie die Wirklichkeit aussah ist schwerer zu beurteilen; denn auch Bauern wurden zum Herresdienst aufgeboten. Ob sich einfache Leute ein Schwert leisten konnten, ist nicht klar, denn sie stellten einen
großen materiellen Wert dar. |
Was gibt es für Waffen?Die Waffenterminologie im deutschsprachigen Sprachraum bestand zum großen Teil aus französischen Lehn- und Fremdwörtern. Zum einen scheint dies daran gelegen zu haben, dass man den französischen Klang dieser Worte schätzte, und zum anderen daran, dass die Terminologie zusammen mit den Neuerungen der Waffen übernommen wurden. Und eine ganze Reihe von Neuerungen ist in Frankreich früher belegt als in Deutschland. |
Helm |
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Darstellung auf dem Teppich von Bayeux. Er wird um 1070 angefertigt worden sein. |
Der offene Helm (helmvaz, stahelvaz, huot, helmhuot, flinshuot) wurde noch in der Nomannenzeit getragen. |
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Darstellung aus dem Freskenzyklus zum Iwein-Epos von Hartmann von Aue auf Schloss Rodenegg. Er entstand zwischen 1200 und 1230. |
Aus ihm entwickelte sich am Ende des 12. Jahrhunderts durch den Zusatz einer Eisenplatte vor Kinn und Mund, der sogenannten barbiere zum Topfhelm weiter. |
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Darstellung aus der Großen Heidelberger Liederhandschrift (Cod. Pal. germ. 848), die in Zürich vermutlich 1305 bis 1340 geschaffen wurde. |
Die figürliche Helmzier wurde zimiere oder kroier genannt und war oft eine Darstellung der heraldischen Figur des Wappens. Im Verlauf des 13. Jahrhunderts begann man auch die Helme mit bunten Tüchern zu schmücken. |
Rüstung |
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Artus-Statue aus dem Grabdenkmal für Kaiser Maximilian in der Innsbrucker Hofkirche. Die Bronze wurde 1513 von Peter Vischergegossen. |
Die Leibrüstung (werc, halsberc, brünne,
harnasch, rock, wer) bestand aus dem harnisch (auch
panzier oder habergoel) und einem langärmeligen Kettenhemd.
An diesem wurden außerdem noch Kettenbeinlinge und -fäustlinge befestigt,
sowie eine Kapuze
(koife oder hersenier), an der auch die finteile, die über Mund und Kinn gezogen wurde,
saß. Unter dem schweren Kettenzeug wurde polsternde Schutzkleidung (senftenier) getragen: der Lendengürtel (lendenier), der Schulterschutz (spaldenier) und besonders der kollier, ein Stehkragen zum Schutz des Halses. Zur Rüstung gehörten auch Armschienen (brazel), Kniepanzer (schinnelier), Beinschienen (hurtenier) und manchmal auch ein Brustschutz (plate). Durch weiteres Platten- und Schienenzeug entstand später die Plattenrüstung, die auch heute noch in vielen Burgen und Museen zu sehen ist. |
SchildDer Schild (schilt) bestand aus Holz und war mit Leder überzogen. In der Mitte und am Rand befanden sich zur Verstärkung metallene Beschläge. Der Schildbeschlag wurde
schiltgespenge oder buckel genannt. |
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Darstellung auf dem Teppich von Bayeux. Er wird um 1070 angefertigt worden sein. |
Die Schildform veränderte sich im Laufe der Zeit: Die Normannenschilde sind noch groß und gewölbt. |
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Darstellung aus dem Freskenzyklus zum Iwein-Epos von Hartmann von Aue auf Schloss Rodenegg. Er entstand zwischen 1200 und 1230. |
Aus ihm entwickelte sich die Schildform, die wir heute noch kennen. Im Vergleich waren sie kleiner, flacher, dreieckig, mit abgerundeten Ecken und gerader Oberkante. Die normannischen Schilde waren Infanterieschilde. Sie mussten sich also für die Kavallerie, die Ritter ja darstellten, ändern. |
Schwert |
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Darstellung aus dem Freskenzyklus zum Iwein-Epos von Hartmann von Aue auf Schloss Rodenegg. Er entstand zwischen 1200 und 1230. |
Das Schwert (swert) hat seine Form seit dem 9. Jahrhundert kaum verändert. Die Schwerter aus dem hohen Mittelalter haben meist einen kurzen Griff, eine gerade Parierstange, eine sich verjüngende, lange, zweischneidige Klinge mit einer recht breiten Blutrinne. Der kurze Griff weist darauf hin, dass sie Einhandwaffen waren. |
Lanze und Spieß |
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Darstellung aus der Großen Heidelberger Liederhandschrift (Cod. Pal. germ. 848), die in Zürich vermutlich 1305 bis 1340 geschaffen wurde. |
Die Lanze (lanze, glavie) entwickelte sich im 12. Jahrhundert als charakteristischste und gefährlichste Waffe der Ritter. Sie wurde beritten als Stoßlanze benutzt, so dass die Kraft des Pferdes genutzt wurde. Der Lanzenschaft wurde oft aus Eschenholz gefertigt, da es besonders hart ist und so weniger schnell bricht. An ihr wurden kleine Wimpel oder Fähnlein befestigt, die sogenannten baniere. |
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Darstellung auf dem Teppich von Bayeux. Er wird um 1070 angefertigt worden sein. |
Der Wurfspeer (spiez, ger), der deutlich kürzer und leichter war, war eigentlich eher ein Jagdinstrument, wurde jedoch auch - besonders im frühen Mittelalter - im Kampf eingesetzt. |